Forschung

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle und vergangene Studien, die am Deutschen HörZentrum durchgeführt werden bzw. wurden.

Sie haben Interesse an einer Teilnahme oder sind sich nicht sicher, ob Sie teilnehmen können bzw. möchten mehr Informationen? Schreiben Sie uns gerne:
DHZ-Studien@mh-hannover.de
Bei Interesse nehmen wir Sie gerne unverbindlich in unserer Studiendatenbank auf.

Aktuelle Studien

Korrelation des neuralen Hörstatus mit dem Sprachverstehen bei sequentieller und simultaner elektrischer Stimulation mittels Cochlea Implantat.

Durchgeführt von: Florian Langner, M.Sc.
Studienbeginn: März 2019
Beschreibung:
In unserer Studie betrachten wir zwei Aspekte des Hörens, namentlich die Hörschwellen und die Tonhöhenwahrnehmung. Mit Hilfe von sehr genau gemessenen Hörschwellen können wir Aussagen über den Zustand des Hörnervens treffen. Der Zustand steht im Zusammenhang mit der Anzahl von Nervenfasern entlang der Cochlea. Damit verbunden ist die Tonhöhenwahrnehmung, die auch Frequenzselektivität genannt wird und beschreibt, wie gut wir Tonhöhen voneinander unterscheiden können. Wir möchten diese Aspekte mit Ergebnissen aus einer früheren Studie vergleichen und die Frage beantworten, ob gewisse Cochlea-Implantat Träger eine bestimmte Form der elektrischen Stimulation (sequentiell und simultan) besser nutzen können (und damit besseres Sprachverstehen erhalten) oder nicht. Mit den Erkenntnissen wollen wir Patienten individueller anpassen und ihr Sprachverstehen verbessern.


Charakterisierung und Modellierung des Elektroden-Nerven-Interfaces bei elektrisch-akustischer Stimulation in Cochlea-Implantat-Trägern

Durchgeführt von: Daniel Alrutz, M. Sc.
Studienbeginn: Februar 2019
Beschreibung:
Wir untersuchen in dieser Studie elektrisch-akustische Maskierung bei CI-TrägerInnen, die über ein gutes Restgehör im implantierten Ohr verfügen und mit einem EAS-System (Elektrisch-Akustische Stimulation) versorgt sind. Maskierung bezeichnet dabei den Effekt, dass die Hörschwellen von Tönen durch zeitgleiches Präsentieren eines weiteren Tones angehoben werden. Für die Messung spielen wir jeweils einen elektrischen Ton über das CI und einen akustischen Ton über Kopfhörer ab. Die so bestimmten Hörschwellen vergleichen wir mit dem Ergebnis von Kontrollmessungen ohne maskierenden zweiten Ton. Auf dieser Grundlage analysieren wir die Einflüsse von verschiedenen Eigenschaften der Stimuli auf die Maskierung.

Die Resultate sollen in die Entwicklung eines Computermodells einfließen, mit dessen Hilfe wir die gegenseitige Beeinflussung beim elektrisch-akustischem Hören studieren wollen. Dafür wird die Reizverarbeitung in der Cochlea und den anschließenden Nervenfasern simuliert, um mögliche Mechanismen der Wechselwirkung zwischen elektrisch und akustisch evozierten Reizen zu identifizieren.


Neuraler Hörstatus im Vergleich zwischen Cochlea Implantat Nutzern mit und ohne Restgehör

Durchgeführt von: Marina Imsiecke, M.Sc.
Studienbeginn: April 2019
Beschreibung:
In dieser Studie werden die Antworten des Hörnerven auf elektrische Reize gemessen, und diese Antworten verglichen, um eine Aussage über den Zustand der Nerven treffen zu können. Es werden die Reaktionen auf ansteigend laute Töne gemessen und mit der Lage der Elektroden und dem Restgehör in Zusammenhang gebracht. Zusätzlich wird verglichen, wie sich das Vorhandensein von Restgehör in tiefen Frequenzen auf den Zustand des Hörnerven auswirkt.

 

Bilateraler/bimodaler Benefit in Cochlear-Implantat Patienten: Einblicke mittels EEG und Untersuchungen zum Sprachverstehen

Durchgeführt von: Dr. rer. nat. Irina Schierholz
Studienbeginn: März 2019
Beschreibung:
In unserer Studie wollen wir den allgemeinen Nutzen einer beidohrigen Versorgung bei Cochlea-Implantat (CI) Patienten für die Verarbeitung verschiedener akustischer Reize und im speziellen für die Sprachwahrnehmung näher untersuchen. Dabei untersuchen wir zum einen CI Patienten, die auf beiden Seiten mit einem CI versorgt sind, sogenannte bilaterale CI Träger, und zum anderen CI Patienten, die auf der einen Seite ein CI und auf der anderen Seite ein Hörgerät tragen, sogenannte bimodale CI Träger. Um den Nutzen objektiv messen zu können, schauen wir uns die neuronalen Aktivierungsmuster während der Verarbeitung einfacher Töne und Sprache an. Hierfür nutzen wir die Elektroenzephalographie (EEG) – eine Methode der medizinischen Diagnostik zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Diese Aktivität wird durch eine Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche gemessen. Das EEG ist eine sichere Methode, ist nicht invasiv und risikofrei, und gehört zu den Standardverfahren der klinischen Diagnostik. Neben des allgemeinen Nutzens wollen wir uns in einer zweiten Aufgabe auch das Zusammenspiel beider Ohren genauer anschauen, da gerade bei bimodalen CI Trägern die Frage besteht, ob die unterschiedlichen Informationen, die über das CI und das Hörgerät aufgenommen werden in Einklang gebracht werden können. Dazu führen wir einen Sprachverständlichkeitstest im Störschall durch. Beide Aufgaben werden jeweils mit beiden Ohren einzeln und mit beiden Ohren zusammen durchgeführt. Mit den Ergebnissen der Studie wollen wir die Schwierigkeiten von CI Trägern besser verstehen, die CI Entwicklung verbessern und post-operative Förderung noch zielgenauer gestalten.

 

Vorhersage des postoperativen Spracherfolgs nach Cochlea-Implantation
Durchgeführt von: Dr. rer. nat. Tobias Weller
Studienbeginn: April 2017
Beschreibung:
Im Rahmen dieses Projekts soll ein Vorhersagemodell entwickelt werden, das auf Basis von unterschiedlichen Faktoren den postoperativen Spracherfolg nach Cochlea-Implantation möglichst genau vorhersagen kann. Grundlage für ein solches Modell bilden die statistische Analyse von klinischen Daten und Ansätze aus dem Machine Learning. Ein ausreichend genaue Vorhersage des Hörerfolgs könnte genutzt werden, um den behandelnden Arzt bei der Wahl der richtigen Versorgungsoption zu unterstützen, sowie um Auffälligkeiten im postoperativen Verlauf zu identifizieren.

 

Evaluation von Signalverarbeitungsstrategien für Cochlea-Implantat-Träger mit Restgehör

Durchgeführt von: Benjamin Krüger, M. Sc.
Studienbeginn: März 2019
Beschreibung:
In dieser Studie untersuchen wir, wie sich die Interaktion zwischen elektrischer und akustischer Stimulation (EAS) in CI Trägern mit Restgehör auf das Sprachverstehen auswirkt. Dafür werden Experimente zur Charakterisierung dieser Interaktion durchgeführt und das Sprachverstehen mit verschiedenen Signalverarbeitungsstrategien getestet. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob es möglich ist, die Effekte der Interaktion richtig zu erfassen und in verbesserte Signalverarbeitungsstrategien zu übertragen. Dies könnte in Zukunft die Kombination von elektrischer und akustischer Stimulation verbessern.

 

Entwicklung eines direkt im Hörnerv stimulierenden Hörimplantats – das Auditory Nerve Implant (ANI)

Durchgeführt von: Dr. rer. biol. hum. Dipl.-Inform. Med., Karl-Heinz Dyballa
Studienbeginn: Januar 2019
Beschreibung:
Durch eine direkte Stimulation im Hörnerv bietet ein ANI eine bessere Elektroden-Nerv-Schnittstelle als zum Beispiel ein Cochlea-Implantat, und kann damit potenziell eine höhere Anzahl und Dichte an Informationskanälen erreichen. Vorversuche bei Tieren zeigten bereits niedrigere Schwellwerte, einen größeren Dynamikbereich sowie eine bessere zeitliche und spektrale Auflösung.

In einer erstklinischen Studie mit Menschen sollen nun zunächst anatomische und objektive Messdaten erhoben werden. Die daraus gewonnen Erkenntnisse fließen dann in die Fertigung erster Implantaten ein, mit denen mehrere Patienten chronisch versorgt werden. Mit so genannten psychoakustischen Tests wird dann die Hörwahrnehmung gemessen, um daraus Eigenschaften der Stimulation im Hörnerv abzuleiten. Darauf basierend werden die Signalmuster hin optimiert und eine speziell auf das ANI ausgerichtete Stimulationsstrategie entwickelt.