CI Rehabilitation bei Kindern

Vier bis sechs Wochen nach der Cochlea-Implantation wird der Sprachprozessor angepasst und  mit dem Hör-Sprachtraining begonnen.  Dies findet entweder im Deutschen HörZentrum Hannover (DHZ) oder im Cochlear Implant Centrum (CIC) „Wilhelm Hirte“ (Leitung Dr. Barbara Eßer-Leyding) statt. Bereits während des stationären Aufenthaltes nach der CI-Operation in der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover wird das so genannte Headset an den Kopf des Kindes probeweise angelegt („Probeton“). Zu Beginn der eigentlichen Anpassung des Sprachprozessors werden die Kinder mit einem Elternteil in der HNO-Klinik der MHH, im CIC oder in einem nahe gelegenen Hotel aufgenommen.

Unter kindgerechten Bedingungen wird der Sprachprozessor angepasst und schrittweise die Elektroden aktiviert. Da die Kinder meistens über keinerlei Hörerfahrung verfügen, kommt es darauf an, durch behutsames Vorgehen eine Überstimulation des Kindes einerseits zu vermeiden, andererseits jedoch eine ausreichende Reizung des Hörnervs zu erzielen, damit überhaupt etwas gehört wird. In einem kontinuierlichen Aufbauprozess kann das Kind dann erste Hörerfahrungen gewinnen und diese mit der Zeit erweitern. Durch die Gemeinschaft mit mehreren Kindern und die Gespräche der Eltern untereinander lassen sich Erfahrungsinhalte austauschen, eine gegenseitige Unterstützung bei dem Hör-Sprachtraining erreichen und so die erforderliche Intensivierung erzielen. Die Aufenthalte in Hannover umfassen einwöchige oder halbwöchige Zeiträume. Am Anfang sind diese Aufenthalte enger gestaffelt, gegen Ende der gesamten Therapieperiode in größeren Abständen.

Das inhaltliche pädagogische Konzept in Hannover basiert auf der speziellen CI-Erfahrung seit 1984 sowie auf den speziellen Erkenntnissen, die wir aus der Therapie bei erwachsenen CI-Patienten gewinnen. Eine besondere Bedeutung hat dies aufgrund der sehr komplexen CI-Systeme. Nur mit der Erfahrung aus dem Bereich der CI-Versorgung bei Erwachsenen lassen sich die System bei Kindern optimal einsetzen zur Gewährleistung einer sehr guten Hörbahnreifung. Zudem nutzen wir die therapeutischen Möglichkeiten der Auditiv-Verbalen Therapie (AVT). Diese Therapieinhalte werden im DHZ vermittelt und können gut mit entsprechenden Therapeuten in der Heimat der Patienten verbunden werden.

In regelmäßigen Abständen werden die erreichten Therapieerfolge durch standardisierte Tests überprüft. Diese Überprüfung geschieht im Interesse des Kindes, um eine Kontrolle darüber zu haben, wo Stärken und Schwächen liegen und wie gezielt therapiert werden kann. Im Rahmen der regelmäßigen HNO-ärztlichen Kontrollen, die ausschließlich im DHZ durchgeführt werden, können zusätzlich medizinische Untersuchung in der MHH oder bei externen Spezialisten organisiert und zusammengeführt werden. Dies geschieht auch, um mögliche Komplikationen rechzeitig zu erkennen.

Es werden schrittweise bestimmte Therapieziele formuliert und durch einen erneuten Aufenthalt in Hannover überprüft. Gleichzeitig können die vorhandenen Schwächen bei einem Kind gezielt therapiert und ausgeglichen werden. Entscheidend ist dabei die Zusammenarbeit mit den Eltern, die als wichtigste Therapeuten zu Hause den begonnen therapeutischen Prozess intensiv fortführen müssen.

Als weiterer Partner und von ebenso großer Bedeutung sind die pädagogischen Einrichtungen vor Ort, das heißt die Frühförder- und Schwerhörigeneinrichtungen sowie die Landesbildungszentren. Die dort bereits vor der Implantation begonnenen therapeutischen Maßnahmen müssen jetzt unter Zuhilfenahme des CIs intensiviert und fortgeführt werden. Da diese Einrichtungen in der Regel die Kinder über einen mehrjährigen Zeitraum betreuen, kommt ihnen besondere Bedeutung in der Gesamtkonzeption der CI-Versorgung zu.

Interaktive Lernprogramme:

  • Music RehAB
  • The Listening Room (englisch)