Die CI Operation

Bei Kindern: Gleichzeitige beidseitige CI-Versorgung an der MHH möglich

Die Cochlea-Implantation wird in Vollnarkose durchgeführt, um optimale Bedingungen für eine Operation unter dem Mikroskop zu haben. Das eingesetzte Implantat besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Implantat mit dem Magneten und der Elektronik sowie der Elektrode, die in das Innenohr vorgeschoben wird. Das Implantat wird in den Knochen hinter dem Ohr in ein Knochenbett eingelassen, die Elektrode wird durch den ausgebohrten Warzenfortsatz in Richtung Mittelohr und von dort in das eröffnete Innenohr eingeführt.

Am Vorabend der Operation werden Sie ausführlich über die Vorgehensweisen aufgeklärt. Zu diesem Zeitpunkt müssen auch die zu implantierende Seite und Implantattyp festgelegt sein. Ab abends 22.00 Uhr sollten Sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen und auch nichts mehr trinken.

Am nächsten Morgen erfolgt dann die Einleitung der Narkose und eine zusätzliche Lokalanästhesie im Operationsbereich. Im Bereich der Schnittführung wird die Haut desinfiziert. Nach Abdecken des Kopfes erfolgt dann die Schnittführung hinter dem Ohr. Im Bereich des Warzenfortsatzes wird der Knochen ausgebohrt, um Platz für die Elektrode zu schaffen und Zugang zum Mittelohr zu gewinnen. Es kann dann von dort aus ein Zugang zum Mittelohr mit Aufsicht auf das Promontorium, dem Innenohrknochen, gewonnen werden. Dort wird dann eine Bohrung angelegt, um das häutige Innenohr freizulegen. Die Eröffnung des Innenohres erfolgt schlitzartig, um ein mögliches Restgehör zu schützen. Über diese Öffnung kann dann die Elektrode in das Innenohr eingeführt werden. Das Implantat selbst wird hinter dem ausgebohrten Warzenfortsatz in einem separaten Knochenbett im Knochen verankert. Dort kann das Implantat sicher mit Fäden fixiert werden. Nach intraoperativer Testung des Implantates und Überprüfung des Hörnerven mit Hilfe der Stapediusreflexe wird das Innenohr mit Bindegewebe abgedichtet und die Wunde wieder verschlossen.

Postoperativ kann es im Wundbereich zu gewissen Schmerzen kommen, die sich unter Umständen auch beim Kauen verstärken können. Sie bilden sich in der Regel innerhalb von einigen Tagen zurück. Die Fäden können nach 6-10 Tagen entfernt, der Patient aber bereits nach fünf Tagen entlassen werden. Im weiteren Verlauf kann es noch zu geringfügigen Wundheilungsstörungen kommen, weswegen der Wundbereich selbst nicht intensiv gereinigt oder Wasser ausgesetzt werden sollte. Kommt es zu solchen Wundheilungsstörungen, handelt es sich meistens um eine Fadenunverträglichkeit. Die Fäden stoßen sich nach außen ab und können dann entfernt werden. Im Verlauf von weiteren zwei bis drei Wochen kommt es dann zu einer vollständigen Verheilung im Wundbereich. Gegebenenfalls muss der Patient in diesem Zeitraum öfter seinen betreuenden Hals-Nasen-Ohrenarzt ambulant konsultieren. In Notfällen steht Ihnen jederzeit unser Notfalltelefon (0511/532-2481) zur Verfügung.

Nach der Operation werden regelmäßig die Funktion des Implantates und die Elektrode überprüft. Hierzu sind Messungen in unserem Deutschen HörZentrum (DHZ) erforderlich, auf Wunsch können Patienten auch an unserer Fernanpassung (Remote Care) teilnehmen und sich von uns heimatnah nachsorgen lassen.