Hörstörungen bei Kindern

So erkennen Sie Hörstörungen bei Kindern

Hörstörungen bei Kindern müssen frühzeitig behandelt werden, um die so genannte Hörbahnreifung nicht zu gefährden und damit bei Neugeborenen den Spracherwerb zu gewährleisten. Aus diesem Grund hat unsere HNO-Klinik in einer Modellstudie nachgewiesen, dass schon direkt nach der Geburt ein Hörscreening sinnvoll ist, um rechtzeitig eine Hörstörung zu diagnostizieren und zu versorgen. Die Krankenkassen haben diese kleine und schnelle Untersuchung in ihren Leistungskatalog aufgenommen, so dass seit 2012 das Neugeborenen-Hörscreening eine Standardleistung der deutschen Krankenversicherung ist.

Das Hörscreening bei der Geburt ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Viele Kinder entwickeln in ihren ersten Lebensjahren eine Schwerhörigkeit, die oft zu lange unentdeckt bleibt. Auch die Brabbelphase bei Kleinkindern ist kein Hinweis auf funktionierendes Gehör, denn auch gehörlos geborene Kinder beginnen im ersten Lebensjahr mit dem Brabbeln.

Wir empfehlen daher den jungen Eltern, ihre Kinder auch in Hinsicht auf das Hörvermögen genau zu beobachten.

Mögliche Symptome einer Hörstörung bei Kindern:

  • erschreckt nicht bei lauten und plötzlich einsetzenden Geräuschen
  • versucht nicht die Schallquelle zu lokalisieren, dreht z. B. den Kopf nicht zum Sprecher
  • lässt sich nicht oder nur durch sehr laute Geräusche oder Ansprache vom Spiel ablenken
  • berührt oder zieht oft an einem oder beiden Ohren – dies kann auf ein Druckgefühl oder eine Infektion im Ohr hinweisen
  • Das „Babbeln“ verändert sich im ersten Lebensjahr nicht oder nur wenig und das Kind versucht, durch schrille Schreisignale auf sich aufmerksam zu machen
  • Reagiert nicht angemessen auf Geräusche oder Sprache und erkennt den eigenen Namen auch im Alter von  einem Jahr nicht
  • Das „Babbeln“ entwickelt sich im zweiten Lebensjahr nicht zu erkennbaren Sprachlauten und damit auch nicht zu Worten
  • Reagiert im Alter von etwa einem Jahr nicht angemessen auf einfache sprachliche Aufforderungen, wenn diese nicht durch den Situationszusammenhang vorauszusehen oder durch Gesten unterstützt werden
  • Zieht sich aus sozialen Kontakten gerne zurück oder reagiert  zunehmend aggressiv
  • Fällt  in Gruppen durch „unruhiges“ Verhalten auf – dem Versuch, die Information über das Sehen zu erschließen
  • Fragt oft nach
  • Stellt den Lautstärkeregler stets sehr hoch ein.