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Das Audiogramm verstehen

Für jedes Ohr wird die Hörkurve in ein Diagramm namens Audiogramm gezeichnet. Mediziner betrachten den Patienten so, wie er vor ihnen sitzt, von daher ist auf der linken Seite die Hörkurve des rechten Ohres abgebildet (in rot) und auf der rechten Seite die Hörkurve des linken Ohres (in blau). Der Musterpatient schaut Sie als Leser also sozusagen an. Oben sind die Frequenzen aufgetragen, von links nach rechts von den tiefen zu den hohen Frequenzen. Nach unten ist der Hörverlust aufgetragen, also der Lautstärke-Pegel in Dezibel (dB), der benötigt wird, damit der Patient den Ton der entsprechenden Tonhöhe hört. Der Hörpegel ist so normiert, dass eine gerade Linie bei Null das normale Hörvermögen darstellt (wobei Abweichungen bis zu 20 dB auch noch völlig in Ordnung sind). Hiezu wurden vor vielen Jahren die Hörkurven von sehr vielen Normalhörenden ermittelt, und das damit entstandene Maß wird als dB HL  („Hearing Level“) bezeichnet. Je größer der Hörpegel des Patienten ist, umso schwerer ist also sein Hörverlust gemessen am normalen Hörvermögen.

Hier ist die Hörkurve eines normal hörenden Patienten abgebildet.

Dieser Patient leidet an einer klassischen Hochton-Schwerhörigkeit, die im Innenohr lokalisiert ist. Gerade Innenohr-Schwerhörigkeiten betreffen meistens den Hochtonbereich, da hohe Frequenzen am Beginn der Hörschnecke detektiert werden und von daher am anfälligsten für Probleme und Abnutzungserscheinungen sind. Die Luftleitungsschwelle ist mit Kreisen (rechts) bzw. Kreuzen (links) markiert, die mit einer durchgezogenen Linie verbunden werden. Die Knochenleitungsschwelle ist mit Pfeilspitzen markiert, die mit einer gestrichelten Linie verbunden werden. Im obigen Fall sind die Luft- und die Knochenleitungsschwelle identisch, woraus geschlossen werden kann, dass das Mittelohr korrekt funktioniert und die Schwerhörigkeit im Innenohr oder dahinter liegt. Zusätzlich leidet der Patient auf der linken Seite an einem Tinnitus, und zwar als Sinuston (Piepton), dessen Frequenz 2340 Hz und dessen Lautstärke 50 dB beträgt. Der Tinnitus ist an der entsprechenden Stelle im Audiogramm als kleiner schwarzer waagerechter Balken eingetragen. Wenn der Tinnitus kein Sinus, sondern ein Rauschen wäre, wäre er als schwarzer Zickzack-Balken eingetragen.

Im Gegensatz hierzu leidet dieser Patient an einer Mittelohr-Schwerhörigkeit. Seine Knochenleitungsschwelle ist auf beiden Seiten normal, d.h. das Innenohr funktioniert korrekt, und die Schwerhörigkeit liegt im Mittelohr.

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